„Verbreitung, Habitatpräferenz, Populationsökologie und Phänologie der Amphibien (Caudata) im Rheindelta – unter besonderer Berücksichtigung der FFH-Art Kammmolch“ Ursula Schelling

 

Einleitung
Im Rahmen meiner Diplomarbeit möchte ich dazu beitragen, mehr über unsere Amphibien in Erfahrung zu bringen und wichtige Erkenntnisse zu gewinnen, die den Schutz dieser zum Teil stark gefährdeten Arten verbessern wird. Mein Hauptaugenmerk liegt dabei auf unseren vier heimischen Molcharten, Teich-, Faden-, Berg- und insbesondere dem Kammmolch.
„Wo kommen diese Arten überhaupt vor?“,
„Was stellen sie für Ansprüche an ihre Laichgewässer?“,
„Welche Artengesellschaften sind für bestimmte Gewässer typisch?“,
„Gibt es Unterschiede im Vorkommen zwischen vom Seestand abhängigen und davon unabhängigen Gewässern?“ oder
„Gibt es Unterschiede in der Entwicklung der Amphibien in den unterschiedlichen Gewässern?“.


Weiters soll diese Arbeit eine möglichst gute Erfassung der im Rheindelta vorhandenen Amphibien (Caudata) und deren Habitatpräferenzen liefern, wodurch in Folge mögliche Schutzmaßnahmen weiterentwickelt werden können.

 

Untersuchungsgebiet
Das Untersuchungsgebiet umfasst das gesamte Rheindelta. Es wird im Südwesten vom Alten Rhein, im Norden vom Bodensee und im Osten vom Neuen Rhein begrenzt. Über die gesamte Fläche soll eine Vorkommenskartierung der Amphibien, besonders der Molche, stattfinden.
Für die restlichen Fragestellungen werden zwei Hauptzonen, eine unter Einfluss des Seestandes (Rheinspitz/Rheinholz) und eine weitere Zone unabhängig vom Seestand (Alter Rhein/Eselschwanzkurve), herangezogen. Diese werden nach Verbreitung, Habitatpräferenz, Populationsökologie und Phänologie untersucht und miteinander verglichen.

 

Amphibienarten in Vorarlberg (Aktuell 12 Amphibienarten)
Stark gefährdet:       Kammmolch, Teichmolch, Fadenmolch, Laubfrosch und Gelbbauchunke
Gefährdet:               Kleiner Wasserfrosch
Gefährdung droht:    Teichfrosch
Nicht gefährdet:       Alpensalamander, Bergmolch, Erdkröte, Grasfrosch
Eingewandert:          Seefrosch
Verschollen:             Feuersalamander


Gefährdung, Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen
Schon kleine Veränderungen in der Landschaftsstruktur können weit reichende – sowohl positive als auch negative - Konsequenzen haben. Z.B. die Befestigung von Wanderwegen,  das Auffüllen von Unebenheiten und Pfützen, die als Laichgewässer verwendet werden, können große Folgen auf das Vorkommen gewisser Arten haben. Auch die Entfernung von Hecken oder gar Steinansammlungen können sich fatal auf diverse Arten auswirken.

Gerade der Verkehr und die Mahd stellen eine große Gefährdungsursache für unsere heimischen Amphibienarten dar. Auch die Grabenfräsen, die zur Pflege von Entwässerungsgräben eingesetzt wird, stellen ein Risiko dar.

Strukturen, wie Becken, Keller, Lichtschächte, mit senkrechten Wänden werden oft zur tödlichen Falle, sowohl für adulte als auch besonders für Jungtiere. Auch der Besatz mit Fischen in den Laichgewässern stellt für fast alle Amphibienarten (außer Erdkröte) eine große Gefahr dar, da ihre Larven oft als Nahrung dienen und keine Schutzmechanismen entwickelt haben.

Ersichtlich ist hier vor allem der anthropogene Einfluss auf die Amphibienwelt. Hierbei reicht es schon lange nicht mehr nur lokale Schutzmaßnahmen einzuleiten, sondern es werden weitgreifende Veränderungen durchzuführen sein, um die Gefährdung zu stoppen bzw. sogar rückgängig zu machen.

Die erste Sofortmaßnahme muss der Schutz der noch intakten Lebensraumbiotope sein, aber auch die Schaffung neuer Lebensräume. Vor allem die Fragmentierung der Lebensräume stellt ein großes Problem für die wandernden Amphibienarten dar, wobei das Verschwinden von Übergangszonen sich besonders schwerwiegend auswirken. Ein weiteres Problem der Fragmentierung ist, dass der genetische Austausch zwischen verschiedenen Populationen erschwert bzw. unmöglich ist und dadurch diverse Populationen durch Inzucht auszusterben drohen bzw. aussterben werden. Auch Arten, die während ihrer Lebensphase verschiedene Biotoptypen aufsuchen sind durch die Fragmentierung stark betroffen.

Die Aufwertung und vor allem Vernetzung der Lebensräume, durch Revitalisierung von Gewässern und Feuchtgebieten, sowie die Erhaltung und Schaffung von typischen Kleinstrukturen (Hecken, Steinhaufen, Trockenmauern) als Versteck- und Überwinterungsplätze und die Errichtung weiterer Amphibientunnel, bzw. –ausstiegshilfen an Straßen bzw. Betonbecken u.ä., hat oberste Priorität.

 

GelbbauchunkeMolchMolchKammolch Bauch

 

 

Bilder: Ursula Schelling

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